



Aufbau des fiktiven Weltjugendparlamentes
"Ein Weltparlament Design - 3+1 Das geschenkte Kind" von Alexander Donath
Ein Weltjugendparlament sollte jungen Menschen weltweit eine offizielle Stimme in globalen Entscheidungsprozessen geben und ihre Perspektiven sichtbar machen. Es könnte Ideen und Forderungen der Jugend zu Themen wie Klima, Frieden, Digitalisierung und soziale Gerechtigkeit bündeln und direkt in internationale Institutionen einbringen. Zudem würde es den Austausch zwischen Kulturen fördern und so Verständnis, Solidarität und gemeinsame Verantwortung stärken. Durch seine Arbeit könnte es Politik und Gesellschaft stärker auf Zukunftsfähigkeit ausrichten und sicherstellen, dass junge Generationen aktiv an der Gestaltung der Welt beteiligt sind.
Das von mir entworfene Weltjugendparlamemt ist ein 180°-Parlament, damit genug freie Fläche für Tafeln, Whiteboard und andere Präsentationsmittel sowie Gruppentische bzw. Interaktionsfläche im Jugendparlament bleibt. Das Parlament repräsentiert die Nacht, den Gegensatz zum Tag und dem Weltparlament. Es sind die Diamantenkinder bzw. die geschenkten Kinder die die jeweiligen Menschen auf dem Planeten repräsentieren und wegweisende Entscheidungen treffen. Anders als beim Weltparlament gibt es nur zwei Quarter die sich gliedern in 1. Rebells (14-16 Lebensjahre) und 2. Youngster (17-18 Lebensjahre). Das Alter zum Mandatsantritt ist entscheidend. In der Unterteilung gibt es statt Menschenkreise parlamentarische Lines, die nach vorne zur Präsentations- und Aktionsfläche sowie zur Bühne ausgerichtet sind. Die Lines bestehen aus Jungen, Mädchen, Bonussitz, Jugend mit Behinderung. Der Bonussitz wird per Losverfahren unter der teilnehmenden Jugend ausgelost und diese haben zusätzlich die Chance, in die Vollversammlung des Weltparlaments entsandt zu werden, aber nur, wenn die Nationen diese Option anwenden.
Weltjugendparlament die Zusammensetzung
Wie beim Weltparlament besteht auch im Weltjugendparlament die Möglichkeit, zwischen einer Vollversammlung und einer kontinentalen Vertretung zu unterscheiden. Beide Varianten folgen derselben Systemlogik, unterscheiden sich jedoch in ihrer Größe und dem Grad der Repräsentation.
Die nachfolgende Übersicht zeigt die unterschiedlichen Abstufungen der möglichen Ausprägungen des Weltjugendparlaments. Dabei wird zwischen den Varianten Maximum, Medium und Minimum unterschieden, die jeweils eine unterschiedliche Anzahl an Sitzen sowie eine angepasste Zusammensetzung aufweisen.
Bonussitz und die Chance in das Weltparlament entsendet zu werden: das geschenkte Kind
Sollte im Weltparlament ein optionaler Platz für Diamantenkinder frei werden, z.B. durch Nichtbesetzung der Ältestenplätze oder Verlust einer planetarischen Vertretung durch Tod, so wird dieser Platz unter den planetarischen Vertretungen des Weltjugendparlaments jeweils unter den „Bonussitzen Jugend“ offiziell verlost und in das Weltparlament wird "das geschenkte Kind" entsendet. Die Auslosung erfolgt durch das Spiel: „Schere, Stein, Papier“ jeweils „best of 3“. Die Regel: Schere schlägt Papier, Papier schlägt Stein, Stein schlägt Schere.
Optionales Wahlverfahren:
1. Das Wahlverfahren mit der Quarter Auswahl Matrix
Die sogenannte Quarter-Auswahl-Matrix (Jugend) bildet die Grundlage für das Losverfahren zur Vergabe der Mandate im Weltjugendparlament. Es handelt sich um eine eindeutig strukturierte und chronologisch aufsteigend nummerierte Matrix, die die verfügbaren Plätze systematisch abbildet und die transparente Zuteilung der Mandate ermöglicht. In ihrer Grundlogik ist sie an die Matrix des Weltparlaments angelehnt, wurde jedoch an die vereinfachte Struktur des Jugendparlaments angepasst.
Die Matrix gliedert sich in zwei zentrale Quarter-Ebenen, die als Doppelquarter organisiert sind:
- Rebells (14–16 Jahre)
- Youngsters (17–18 Jahre)
Innerhalb dieser Quarter erfolgt die weitere Differenzierung in sogenannte Lines, die die unterschiedlichen Gruppen im Jugendparlament repräsentieren:
- Jungen
- Mädchen
- Bonussitz
- Jugend mit Behinderung
In der größten Ausbaustufe des Weltjugendparlaments (Maximum-Variante) umfasst die Matrix insgesamt 672 eindeutig nummerierte Plätze. Diese bilden die Grundlage für das Losverfahren, über das die jeweils verfügbaren Mandate – abhängig von der gewählten Parlamentsgröße – vergeben werden.
Pro Quarter („Rebells“ und „Youngsters“) stehen in dieser Variante jeweils zwei Mandate pro Line zur Verfügung. Für jedes einzelne Mandat gibt es 42 mögliche Bewerberinnen und Bewerber, aus denen im Losverfahren eine Person ausgewählt wird. Dadurch entsteht ein strukturiertes, aber zugleich chancengleiches Auswahlverfahren.
Zur besseren Orientierung und Identifikation sind die einzelnen Lines – analog zu den Kreisen im Weltparlament – farblich kodiert:
- Jungen: Weiß
- Mädchen: Rot
- Bonussitz: Orange
- Jugend mit Behinderung: Gelb
Im Rahmen der Auslosung werden nummerierte, farbige Kugeln verwendet, die den jeweiligen Plätzen in der Matrix entsprechen. Diese werden in chronologischer Reihenfolge in das Losverfahren eingebracht und bestimmen die Vergabe der Mandate.
Das Losverfahren dient in dieser Variante der chancengleichen Auswahl und stellt einen offenen Zugang sicher. Es ergänzt das System und steht nicht im Widerspruch zu demokratischen Verfahren, die in alternativen Wahlvarianten zur Anwendung kommen.

Die Loskugeln

2. Optionales Wahlverfahren: nach klassischem demokratischen Prinzip
Neben dem Auswahlverfahren über die Quarter-Auswahl-Matrix besteht für die Nationen die Möglichkeit, alternativ ein klassisches demokratisches Wahlverfahren nach dem Mehrheitsprinzip anzuwenden. Die Entscheidung darüber, welches Verfahren zur Anwendung kommt, wird im Vorfeld selbst demokratisch getroffen, ausgewertet und verbindlich festgelegt.
Im Rahmen dieses klassischen Wahlverfahrens erfolgt die Vergabe der Mandate ausschließlich auf Grundlage der erzielten Stimmen. Die Kandidatinnen und Kandidaten werden entsprechend ihrer Stimmenanteile in absteigender Reihenfolge berücksichtigt, bis alle vorgesehenen Sitze besetzt sind.
Im Unterschied zum Auswahlverfahren mit Matrix ist diese Variante vollständig auf das Prinzip der direkten demokratischen Legitimation ausgerichtet. Begleitende oder optionale Modelle zur Refinanzierung, wie etwa eine Kopplung an Lotteriesysteme, finden in dieser Variante keine Anwendung.
3. Optionales Wahlverfahren: Liste durch nationales Parlament
Für Nationen, in denen demokratische Wahlen nicht möglich sind oder nicht angewendet werden, besteht die Möglichkeit, die Mandate im Weltjugendparlament über ein Listenverfahren zu vergeben. Dieses Verfahren dient als alternative Form der Zuordnung von Sitzen, um eine Beteiligung am System grundsätzlich zu ermöglichen.
Im Rahmen dieses Verfahrens werden strukturierte Listen eingereicht, die sich an den vorgegebenen Systemkategorien orientieren. Dazu gehören die beiden Quarter:
- Rebells (14–16 Jahre)
- Youngsters (17–18 Jahre)
sowie die jeweiligen Lines:
- Jungen
- Mädchen
- Bonussitz
- Jugend mit Behinderung
Die eingereichten Listen ordnen die vorgesehenen Mandate den jeweiligen Bewerberinnen und Bewerbern verbindlich zu. Auf dieser Grundlage erfolgt die Besetzung der Sitze ohne ein zusätzliches Auswahl- oder Wahlverfahren.
Dieses Modell stellt eine funktionale Alternative dar, um auch unter unterschiedlichen politischen Rahmenbedingungen eine Teilnahme am Weltjugendparlament zu ermöglichen, ersetzt jedoch kein klassisches demokratisches Wahlverfahren.
Dieses Verfahren ist als Übergangs- oder Ausnahmelösung zu verstehen und stellt keine gleichwertige Alternative zu demokratischen Wahlverfahren dar.
Parlamentarische Routine im Parlament
Die parlamentarische Arbeit im Weltjugendparlament wird durch feste Abläufe ergänzt, die den respektvollen Umgang sowie das Gemeinschaftsgefühl innerhalb des Parlaments stärken.
Zu Beginn jeder Sitzung durchläuft die „Planetarische Leitung“ innerhalb der ersten zehn Minuten systematisch die einzelnen Reihen (Lines) und begrüßt die anwesenden planetarischen Vertretungen persönlich. Dieser Ablauf ist so gestaltet, dass im Verlauf einer Legislaturperiode jede Vertretung mindestens einmal individuell angesprochen wird. Dies dient der Wertschätzung und dem respektvollen Umgang mit den gewählten Vertreterinnen und Vertretern.
Im Anschluss daran wird nach einem akustischen Signal – beispielsweise einem Gong – in eine gemeinschaftliche Phase übergeleitet. In den folgenden zehn Minuten werden zufällig ausgewählte planetarische Vertretungen namentlich aufgerufen. Das Parlament begrüßt diese Personen, indem ihr Vorname in Form eines gemeinsamen Gesangs aufgenommen wird.
Die aufgerufenen Vertretungen stehen während dieses Moments auf und werden so sichtbar in den Mittelpunkt gestellt. Ziel dieses Rituals ist es, dass sich jede Person im Parlament im Laufe der Legislaturperiode bewusst wahrgenommen und einbezogen fühlt.
Diese Praxis fördert das Gemeinschaftsgefühl innerhalb des Weltjugendparlaments und bringt zugleich die kulturelle Vielfalt der vertretenen Personen zum Ausdruck. Darüber hinaus dient sie als Zeichen der Anerkennung und Wertschätzung für die Übernahme eines Mandats in diesem besonderen parlamentarischen Rahmen.
Zum Buch und E-Book:
"Ein Weltparlament Design - 3+1 Das geschenkte Kind"
von Alexander Donath
Ein Weltparlament Design - 3+1 Das geschenkte Kind
von Alexander Donath
Ein Projekt für eine Weltföderation
